ISEF 2019


Wie man mit Schleimpilzen nach Arizona kommt

Wir, Anna Lia Schicktanz, Florian Merx, Mara-Sophie Montag, haben uns im Rahmen unserer Seminarfacharbeit der Klasse 10 mit der Reizwahrnehmung des Schleimpilzes befasst. Schleimpilze gehören zu keinem Tierreich, werden aber als amöbenähnlich angesehen. Sie vereinen einige interessante Eigenschaften u. a., dass es sich bei einem Schleimpilz um eine Zelle handelt, die eine Größe von mehreren Quadratmetern erreichen kann.


Mit diesem Organismus testeten wir, wie er auf basisches und saures Milieu reagiert. Hierzu wurden die Schleimpilze Physarum polycephalum auf Carrageen, zu welchem die entsprechende Säure bzw. Base zugesetzt wurde, kultiviert. Dabei fanden wir heraus, dass er auf basischem Milieu ein besseres Wachstum als auf saurem Milieu aufweist. Dennoch bevorzugt er den neutralen Boden allem. Außerdem testeten wir ob der Schleimpilz eine „intelligente“ Entscheidung über die Wachstumsrichtung in Abhängigkeit von der Konzentration eines gleichen Stoffes treffen kann. Weiterhin sollte mit den gleichen Versuchen getestet werden in wie fern eine Nährstoffaufnahme über die gasförmige Phase stattfindet. Dafür fertigten wir eigens entworfene Schalen an, welche in drei Kammern geteilt sind, um einen Nährstoffaustausch der Carrageenböden zu unterbinden. Um das Wachstum der Schleimpilze beobachten und dokumentieren zu können, bauten wir eine Box zum optimalen Fotografieren (Fotobox), die es ermöglichte, die Schalen immer an den gleichen Platz unter die Kamera zu stellen. Damit fotografierten wir fünfmal täglich alle 30 Versuchsschalen. Anschließend verwendeten wir unser Informatikprogramm zur Auswertung dieser Bilder. Nach dem Einscannen der Bilder konnten wir uns Wachstumsdiagramme der Größe des Schleimpilzes ausgeben lassen. Das Ergebnis der Versuchsreihe ist, dass der Schleimpilz Konzentrationsunterschiede ein und desselben Stoffes über die Gasphase wahrnehmen kann und er sich gerichtet zur größeren Konzentration des Nährstoffes bewegt.

Dieses Projekt haben wir bei Jugend forscht eingereicht und erreichten die Bundesrunde nach dem Regional- und Landessieg.

Die Jury begeisterte unser Projekt vor allem aufgrund von kreativen Lösungen für auftretende Probleme. Dazu bauten wir unsere eigenen Messvorrichtungen und hatten einen hohen Eigenteil aufzuweisen.

Während des Bundeswettbewerbes konnte man sich auch für weitere wissenschaftliche Wettbewerbe qualifizieren. Dabei wurden wir nach einem Auswahlverfahren im Oktober benachrichtigt, dass wir an der ISEF (Intel International Science and Engineering Fair) teilnehmen können. Wir konnten es alle nicht fassen und haben uns total gefreut.

Die Teilnahme erforderte jedoch Extraaufwand, da wir eine Flut an Formularen auszufüllen hatten.

Nun erwartet uns ein Vorbereitungsseminar in Hamburg, die Weiterführung des Projektes und ein tolles Erlebnis als Teilnehmer der ISEF 2019, dem größten voruniversitären Schülerforschungswettbewerb der USA.

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